Mutter und Tochter erzählen: Wie Palliaviva Sicherheit gibt
Shownotes
Eine Tochter und ihre Mutter teilen ihre Erinnerungen an ihren Mann und Vater nach einer Prostatakrebs-Diagnose. Im Gespräch schildern sie, wie die Familie mit der Krankheit umging und den Fokus auf Lebensqualität legte.
Das Palliaviva-Team unterstützte sie in der letzten Zeit zu Hause mit einer Notfallplanung und Begleitung.
Stichworte zu dieser Folge:
• Prostata • Prostatakrebs • Prostatakarzinom • Krebs • Palliative Care • Familie • Angehörige
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00:00:07: Jede und jeder erlebt es anders, wenn jemand was man gerne hat krank ist und stirbt.
00:00:13: Und alle gehen unterschiedlich mit
00:00:15: der Ruhr um.
00:00:17: Besonders deutlich wird das in diesem Gespräch im PagliaViva-Podcast, wo ich mit ihrer Mutter und ihrer Tochter geführt habe.
00:00:25: Der Vater respektiven dem Mann wurde von PagliaViva begleitet.
00:00:30: Er hatte Prostatakabs und starb vor gutem Jahr mit zwei Seventzki.
00:00:38: Ich bin Rebecca Haffeli und mit der Übersicht im Haus dieser Familie an einem runden Tisch in den offenen Stubben.
00:00:45: Die Mutter ist heute eine Sechzeigtee, die Tochter eine Dreisige.
00:00:50: Sie will anonym bleiben.
00:00:53: Die Diagnose vor zehn Jahren war für alle einen Schock.
00:00:57: Und es ist eine Erinnerung, die auch lange Zeit nachher noch wehtut, sagt die Frau, die ihren Mann
00:01:03: verloren hat.
00:01:05: Ja, das ist glaube ich eine der schwierigsten ... Das war der Moment, in dem ganzen Prozess, bis er gestorben ist.
00:01:15: Der Moment, an dem sich herausgestellt hat, dass er einen schlimmen Krebs hatte und vor allem den Moment, wo ein Arzt gesagt hat, er lebt noch zwei bis maximal vier Jahre.
00:01:30: Und am Anfang ... Ja, das klingt relativ harmlos.
00:01:37: Sie haben sich auch recht lange Zeit gelassen.
00:01:40: Im Spital hat man jetzt nicht sofort etwas machen können, sondern es ist dann glaube ich noch recht lang gegangen und mein Mann hat zum Teil nervös gemacht, dass er so lange bis er eine Behandlung bekam bzw.
00:01:56: bis sie ihn operiert haben.
00:01:58: Und bei dieser Operation kam es heraus, dass das ganz schlimm ist und schon viel weiter vorgeschritten wurde als sie vermutet haben.
00:02:09: Das war ein Oracle, also zwei bis vier Jahre maximal mit dem Befund.
00:02:18: Das hat uns überwältigt, weil es vorher so etwas geistet hat ... Ja ja, vielleicht nicht heilbar, aber heute kann man Ich krebs meinen Brust und kreb es auch viel gut behandeln.
00:02:32: Das kann dann auch in eine Art chronische Krankheit ... Man kann das anschauen wie ein chronisches Krankheit.
00:02:42: Und ich glaube, dass wir gewusst haben ... Das ist das, was wir wussten.
00:02:48: Es geht sehr schnell, hat natürlich am Schluss eigentlich bewirkt, dass man extrem gut glaubt, glaubte.
00:02:58: Weil einfach die Zeit so sehr knapp war, um ihr alles daran gesetzt habt.
00:03:03: Dass wir diese Zeit einfach noch gut haben zusammen.
00:03:06: Und aus diesem Ausdruck kamen dann alle Bewegungen, die wir gemacht haben.
00:03:12: Wie alt war es bei den Diagnosen?
00:03:15: Ähm ... – Zweiundsechzig Jahre.
00:03:18: Ja, ziemlich genau!
00:03:20: Kannst du dich erinnern, wenn du davon erfahren hast, dass man hier dem Tisch zusammengesessen hat oder?
00:03:27: Ja, das war für mich auch wirklich ein sehr schwieriger Moment.
00:03:30: Das war im Spital.
00:03:32: Ähm ... Er ist dort, glaube ich noch ... Er war auch immer in dem Spital oder wegen der Operation?
00:03:41: Er war bei uns im Aufwachen.
00:03:44: Er war am Aufwache und kam an den Arzt.
00:03:47: Ja!
00:03:47: Und dann ... Der Arzt war sichtlich auch aufgewühlt.
00:03:51: Wieso ist er mit ihm rausgeplatzt?
00:03:54: Es sieht ganz schlimm aus.
00:03:58: Erfahrungsgemäß schätzt sie ja zwei Jahre, vielleicht vier.
00:04:03: Und das war ein riesiger Schock.
00:04:06: Wahnsinnig unvorbereitet.
00:04:08: Bin ich gewesen?
00:04:09: Ich habe wirklich nie mit dem gerechnet ...
00:04:13: Wir haben auch nicht gefragt.
00:04:14: Das war für uns wirklich ganz schlimm, weil wir haben ja nicht gefragt ... Also wir wollten ja keine Vermutung wissen.
00:04:26: von keinem Ort, was er denkt.
00:04:29: Vielleicht wäre irgendwann der Moment gekommen, in dem ich gefragt hätte, einen solchen Zeitraum, aber sicher nicht, dass mir jemand nach der Operation ohne mich zu fragen sei zwei bis maximal vier Jahre.
00:04:42: Das war wirklich sehr schlimm.
00:04:47: Und du bist dort etwa zwanzig gewesen, wenn man das zurückrechnet?
00:04:52: Das ist ein Alter, wo man ... Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir die Eltern verlieren.
00:04:58: Man weiss es vielleicht irgendwo weit hinten im Kopf aber man erlebt's auch nicht bei anderen?
00:05:05: Ja das ist so.
00:05:06: Das war schon wirklich schockierend und hat mich sehr beschäftigt.
00:05:15: Ich muss aber sagen, das wurde eine Normalität in den letzten zehn Jahren.
00:05:20: Dass er das hatte oder dass es immer das Thema ist.
00:05:26: Ich merke, ich kann mich schlecht erinnern an eine Zeit, in der es nicht so war.
00:05:33: Wie war es ein Thema?
00:05:36: Was für Situationen?
00:05:39: Klar, am Anfang war das ganz hammer mit dieser kurzen Zeitspanne, die sie prognostiziert haben und dann ... Da hat man sich aus dem Schlimmsten gefasst.
00:05:52: Dann kamen die Operationen, Bestrahlungen, Chemo ... Alles mögliche volle Programme genau.
00:06:01: Und dann kamen immer wieder gute Nachrichten von Wert, die sich irgendwie positiver entwickelt haben als man gemeint hat und so.
00:06:13: Das ist immer ein bisschen ambivalent.
00:06:16: Es war auf der Art Erleichterung natürlich.
00:06:19: Aber es war nie geheil.
00:06:22: Und über viele Jahre hat man immer gesagt, das sieht eigentlich erstaunlich gut aus und wir waren erleichtert.
00:06:29: Man wusste trotzdem, irgendwann wird ein Tag kommen, das nicht so gut ist.
00:06:35: Wenn das keine Ahnung ist ... Er war schon lange über die Zeit Spanien draus raus, wo sie eigentlich gegeben haben.
00:06:46: Das heisst, das konnte jederzeit
00:06:49: ... Wie muss man sich das vorstellen?
00:06:52: Ich meine, Blutwerte ... Das ist ja ein Teil.
00:06:57: Aber wie hast du erlebt, dass es ihm ging?
00:07:03: Ja, Chemo ist natürlich happig sehr.
00:07:05: Es ging richtig schlecht.
00:07:08: Und ähm... Ja, das ist mir sehr eingefahren und war aber auch ein Moment, in dem ich mich im ... sehr nahe gefühlt haben.
00:07:23: Wir hatten eine gewisse Nähe, die wir sonst nicht immer hatten.
00:07:30: Dann ging es aber auch wieder viel besser und es gab Zeiten, in denen man sie eigentlich nicht angemerkt hat.
00:07:37: Also wo ich auch wieder aktiv bin, wie hast du das erlebt?
00:07:41: Wo du ja noch viel näher dran warst, weil du im gleichen Haus mit ihm jeden Tag jede Nacht verbracht
00:07:48: hattest.
00:07:51: Ja, es ist wie ... Es fährt mir jetzt gerade wieder ein.
00:08:00: Für mich gibt's zwei verschiedene Zeiten.
00:08:03: Die Zeit, in der du geschildert hast, wo du die heftigen Chemotherapien und Hormontherapie und einfach alles probiert hattest.
00:08:16: Die ist sehr ... Wir waren belastend, aber wir sind einfach ... Das ist ein Ausnahmezustand.
00:08:24: Es vertreibt man.
00:08:26: Wir haben einfach gewählt, dass es ... Man sagt immer Kampf, ich habe das Wort nicht gerne.
00:08:32: Aber in diesem Moment war es etwas so und wir alle haben das miteinander gemacht.
00:08:37: Also auch, wir haben das alle mitgetragen.
00:08:42: Und dann, wo das endlich ... Er war vorbei, er bekam dann auch noch Entzündungen.
00:08:47: Es ging eine Zeit lang wirklich ganz schlecht.
00:08:51: Und ich habe im Rückblick das Gefühl, es hätte dort tatsächlich wahrscheinlich gar nicht viel gefehlt und er wäre vielleicht früher gegangen.
00:09:00: Dann hat er sich anfangs erholen.
00:09:02: Das hat viel damit zu tun gehabt, dass er aufgehört hat zu arbeiten, glaube ich in dem Rückblick, dass wir in unserem Leben sehr viel verändert haben, die wir vorher nicht gemacht haben.
00:09:12: Wir waren zur Stadt ausgezogen.
00:09:14: Er hat seine Leidenschaften wirklich ernst nehmen.
00:09:20: Neben dem, was er immer hatte, musste er Musik machen.
00:09:23: Er nahm wieder Klavierstunden, die er nicht mehr in den Dreißigjahren gemacht hat.
00:09:30: Er hat sich schon lange für die Pilze interessiert.
00:09:34: Dann hat er aber im Spital angefangen zu lernen, während der Chemotherapie die ganzen Pilzen gelehrt und den Pilzkontrolleureprüfung gemacht.
00:09:44: Wir sind viel auf Italien, wir haben dort noch eine Möglichkeit, auch während der chemo sind wir in Italien.
00:09:54: Das war ihm sehr gut hier am Meer.
00:09:59: Wir haben einfach angefangen, das Programm zu gehen.
00:10:03: Jetzt wird aus dem Leben herausgeholt, was wir noch können.
00:10:09: Das Ganze kam aber auch in eine Entspanung.
00:10:11: Es ist nicht mehr so fast hysterisch.
00:10:14: Man muss sofort alles erledigen.
00:10:18: Sondern es kam dann in Ruhe, wo man in ein Haus kam und wo man hierher kam, aus dieser Dichte.
00:10:24: Und sehr viel im Wald.
00:10:25: Wir sind ganz viel in der Natur.
00:10:29: Und dann haben wir es wie.
00:10:31: Das ist etwas, das du später noch erzählst und wir haben es wirklich wie vergessen.
00:10:36: Es hat tatsächlich ... Wir danken nicht mehr daran.
00:10:40: Wir haben das sehr geübt, dass man nicht immer an das denkt und einfach das Leben so genommen ist.
00:10:48: Und es ist viel gut zu kommen!
00:10:52: Deine Tochter sagte auch so schön, ihr habt sie eigentlich nicht geschafft?
00:10:58: dass es eine Normalität bekommen hat, obwohl man gewusst hat, was los ist.
00:11:05: Ja, das haben wir selber gebraucht.
00:11:07: Wir haben wirklich das ganz bewusst.
00:11:10: Das haben wir sozusagen besprochen.
00:11:12: Also wir haben sehr viel miteinander gesprochen und schon immer.
00:11:19: Ich erinnere mich darüber, dass wir nicht wollen, damit wir den Fokus auf die Krankheit haben.
00:11:25: Das braucht am Anfang recht viel.
00:11:28: Es muss man üben, das ist fast wie eine Anstrengung, dass wir nicht den Fokus auf die Krankheit leiden, sondern auf alles andere und v.a.
00:11:37: aufs Schöne.
00:11:38: Und das kann man sowieso im Leben wählen, also wie man den Fokuss will.
00:11:45: Meistens hat es halt negative so einen Sog oder ... Dann schauen wir immer dort an.
00:11:50: Ich glaube, wir haben wirklich ... auch durch die Krankheit eine Fähigkeit bekommen, das nicht zu machen.
00:11:57: Und es hat mir extrem viel gebracht und ich glaube, mein Mann ist überhaupt für's Leben.
00:12:04: Es ist unser ... Ich habe das Gefühl... Also, ich sage das manchmal.
00:12:12: Das sind die besten zehn Jahre von meinem Leben.
00:12:17: Und das ist nicht ... Ich meine das irgendwie nicht für ... Harmlosend, weil es taff war und hart oft.
00:12:27: Aber durch das, dass wir das gelernt haben ... Ja, zu geniessen, was hier gut ist.
00:12:34: Das ist ja immer auch vorhanden.
00:12:37: Wir bekamen eine andere Qualität.
00:12:39: Und dann kommt viel von außen raus.
00:12:43: Wieso kommen die?
00:12:45: Dann hat man plötzlich Glück.
00:12:49: Was zum Beispiel?
00:12:50: Dass man z.B.
00:12:51: so ein Haus findet.
00:12:54: Wir haben es gar nicht gesucht, das ist dann einfach so entstanden.
00:12:57: Das hat sich ergeben und das ist eigentlich unmöglich an diesem Ort.
00:13:00: Das ist sehr selten.
00:13:03: Wie hast du das als Tochter aus deiner Perspektive wahrgenommen, was die Mutter gesagt hat, dass wir den Fokus aufs Positive ... Leider hast du dies überhaupt realisiert oder ... Hast du ihm einfach zugeschaut und geguckt?
00:13:19: Sind jetzt halt meine Eltern so?
00:13:22: Nein, das habe ich schon auch festrealisiert.
00:13:25: Also mit diesem Haus war es ein Traum immer.
00:13:28: Das wurde bei uns versuchlich geflügelt.
00:13:32: Auch kann man ein Haus kaufen.
00:13:35: Meine Eltern haben seit ja sicher schon zehn oder zwanzig Jahren darüber gesprochen, dass sie gerne so ein Haus hätten.
00:13:41: Und dann hat sie es wirklich gemacht ... Und es hat mir auch von Anfang an sehr gefallen, dass ich das sehr gut verstehen konnte.
00:13:47: Ich hatte schon auch das Gefühl, ihre Beziehung wurde noch einmal viel entspannter nachher.
00:13:55: Ja, nein, ich habe viele.
00:13:57: Es ist mir schon auch sehr so vorkommen bei meinem Vater aufgehört zu arbeiten und sie haben wirklich einfach gemacht, was ihnen Freude machte.
00:14:06: Das war für mich schon eine Erleichterung, weil ich das Gefühl hatte, es geht ihnen gut.
00:14:11: Also, ich hatte nie das Gefühl ... Sie sind wahnsinnig belastet.
00:14:18: Ich habe das Gefühl, sie können sich gut klaren und unterstützen sich auch gut.
00:14:27: Mir ist noch etwas durch den Kopf gegangen, was uns extrem unterstützt hat, abgesehen von der Familie und den Freunden, die enorm wichtig waren.
00:14:37: Es war eine ärztliche Begleitung.
00:14:39: Wir hatten eine tolle, ärztlich Begleitung.
00:14:44: Der Arzt, der uns um die Ohren gehauen hatte in seiner Verzweiflung.
00:14:48: Er wurde nach einem guten Freund von uns.
00:14:51: Wir haben das auch thematisiert und er hat es auch erklärt.
00:14:55: Das war für ihn eben auch ein Schock.
00:14:59: Das merkte man genau.
00:15:02: Mein Mann oder beide haben einen wunderbaren Hausarzt.
00:15:08: Und mein Mann hat auch alternative Heil.
00:15:12: Methoden oder Unterstützungsmethoden, das hat ihm eine Misteltherapie gemacht.
00:15:17: Und er ging auch in andere unterstützende Therapien, die wir ihm vorgeschlagen haben und was ihm sehr cool fanden.
00:15:26: Mein Mann war eigentlich sehr sportlich.
00:15:29: Er hatte sich aber weniger ... Wie soll ich sagen?
00:15:34: gemütvoll mit seinem Körper auseinandersetzt, sondern mehr so ein wenig auf ... Ich arbeite im See so viele Kilometer zu schwimmen.
00:15:43: Das hat er noch nie entdeckt und das ist ihm sehr gut hier.
00:15:47: Und ich glaube überhaupt, es ist halt vieles aus dem Kopf in den Körper gewandert bei ihm.
00:15:54: Und das war eigentlich für alle, also für mich auch sehr schön gewesen.
00:16:02: Und doch, wenn ich das höre, was du vorhin gesagt hast.
00:16:06: Man würde sich das wünschen auch, dass sich ein Leben oder eine Beziehung so verändert ohne einen solchen Diagnose.
00:16:15: Es ist einfach die Trauer über das.
00:16:19: Die schwingt ja einfach mit!
00:16:21: Ich habe mehr das Gefühl... Ich habe eine Chance oder wir beide haben eine Chance zu bekommen, die man selten hat.
00:16:26: Also wir sind so ... Uns ist so klar vor Augen geführt worden, es ist endlich.
00:16:32: Unsere Begegnung ist befristet.
00:16:35: Wir begegnen uns im Leben und verläumten uns wieder alle Menschen.
00:16:41: Und wir hatten eine grosse Liebe und waren zusammen mit den thirty-sehnten Jahren.
00:16:47: Es gab mir natürlich immer einen Schub zu überlegen was wir aneinander haben oder eben auch das zu geniessen.
00:16:58: unter all diesen Gesichtspunkten kann man vielleicht einfach sagen, dass wir dann zehn Jahre noch hatten.
00:17:04: Ist ein riesiges Glück oder?
00:17:06: Es konnte auch viel kürzer sein.
00:17:10: Ja und vor allem dass wir eben durch das ... Dass wir die Schrift an der Wand gehabt haben, die brennende Schrift geniessen sie jetzt weil es bald vorbei ist.
00:17:23: Das hat uns eine Qualität gegeben wo wir wo ich sicher bin, sonst nicht gehabt hätte.
00:17:29: Man hat einfach sonst das Bewusstsein, man lebt und man wustelt sich so durch die Tage und macht es meistens halbgut und oft gut um manchmal mein Rabel.
00:17:42: Das hat einfach sehr etwas verändert.
00:17:44: Aber wir hatten auch Glück ... Wir hatten auch Umstände, die uns das erlaubten.
00:17:52: Ich möchte das nicht erklären.
00:17:54: Das ist für alle möglich.
00:17:56: Mein Mann hat nichts mehr geschafft und ich bin freischaffend.
00:17:58: Er hat mich einrichtet und an ihn anpasst.
00:18:01: Sie haben es auch gerne gemacht.
00:18:04: Wir mussten uns materiell nicht wahnsinnig einschränken.
00:18:11: Das war natürlich ein Extremsprivileg.
00:18:15: dann einfach so viel Zeit zu haben.
00:18:16: Wir wussten nicht, ob man dachte, okay, wir gehen jetzt alles stutzend aus.
00:18:21: Solange das geht ... In ein bis zwei Jahren ist es sowieso fertig und es gibt eine andere Haltung.
00:18:28: Das machst du ja auch nicht, aber es gibt noch andere.
00:18:30: Du bist irgendwie ein Glöster in allem, du bist nicht immer ... Ich weiss auch nicht.
00:18:35: Wir sind oft einfach nurzelt oder verhalten.
00:18:41: Wir halten viel zu viel zurück dass man es jetzt macht und geniesst, hat.
00:18:50: Wenn der Zeitpunkt kam, den ihr gemerkt habt, geht es wirklich in eine andere Richtung?
00:18:59: Ich würde sagen, ich habe ein Stück vor meinen Eltern gemerkt, dass das langsam ernst ist.
00:19:05: Sie haben noch bis wenige Wochen vorher ... Man war für sie alles wie immer, obwohl es beim Vater ... Es ging deutlich schlechter, er war wahnsinnig schwach.
00:19:15: Er konnte praktisch nicht aus dem Haus gehen.
00:19:17: Er war sehr, sehr geschwächt hier im Haus.
00:19:21: Das hat viel stecken in diesem Haus und ist dann so ein bisschen von Spitalaufenthalt zu Spital-Aufenthalt gewandelt ... In meiner Erinnerung.
00:19:34: Sie hatten einen so schlechtes Blumenbild.
00:19:37: Dann haben sie Transfusionen gemacht.
00:19:39: Es war ein paar Stunden, aber es war nicht stationär.
00:19:44: Stationär war nur einmal, ganz am Schluss.
00:19:49: Aber was heisst das?
00:19:50: Du hast aus der Distanz etwas klar gesehen.
00:19:54: Hast du das Gefühl?
00:19:55: Ja ich glaube, dass kann man so sagen und ich habe irgendwann auch das Gefühl gehabt, es ist hier ein kleines Tabu herum, dass das irgendwie nicht wirklich beim Namen genannt wird wie schlecht es ihm geht.
00:20:08: Und das habe ich dann auch mal gesagt meiner Mutter.
00:20:12: Mich hat es wahnsinnig erschüttert, ihn so zu sehen und ich glaube ... Ich habe das vielleicht stärker wahrgenommen, weil ich ihn nicht so oft gesehen habe.
00:20:21: Aber wir sind die Veränderungen auch viel stärker aufgefallen.
00:20:24: Das hat mich sehr erschüttern.
00:20:26: Dann habe ich auch gesagt, dass es wie ein Elefant im Raum
00:20:32: ist.
00:20:33: Dass der Elefante immer um ist, hast du beide Eltern gesagt?
00:20:37: Nein, das habe ich im Geschwäch mit meiner Mutter gesagt.
00:20:41: Ich glaube, die Situation war, dass mich wahnsinnig aufgeweilt hat und meine Mutter fand ... Bevor ich in mein Zimmer ging, soll ich mich doch etwas beruhigen.
00:20:50: Das sei für ihn schlimm, wenn er mich so gesächeht.
00:20:55: Und da hatte ich das Gefühl, es musste doch sein können, weil es tragisch ist.
00:21:02: Es ist gerade traurig für mich und es geht ihm nicht gut.
00:21:05: Auch wenn irgendein Arzt noch sagt, es gibt Hoffnung, dass die eine Therapie anschlägt, geht es offensichtlich nicht gut.
00:21:17: Du kannst dich erinnern an das Gespräch?
00:21:19: Ja,
00:21:19: ich kann mich an diese ganze Situation sehr guter erinneren und ... Ich glaube, es war wirklich so, dass wir in zwei verschiedenen Filmen waren, also tatsächlich auch in verschiedenen Welten, du und mir.
00:21:38: Wir haben nicht über das geredet.
00:21:42: Wir haben auch nicht darüber nachgedankt, also ich nicht und ich weiss nicht ob mein Mann ... Ich vermute, dass er so gut gegangen ist.
00:21:51: So habe ich es empfunden.
00:21:53: Wir hatten einfach nicht über dieses Nachdenken, wir machten das bisher.
00:21:57: Und es ging aber tatsächlich wahnsinnig viel schlechter.
00:22:02: Im Rückblick, weiss ich nicht genau, wie das möglich war, dass ich nicht an das denke.
00:22:09: Ich habe wirklich nicht daran gedacht, dass er stirbt.
00:22:13: Weil ich mich auch so gewöhnt war, irgendwie ist wie ... Der Gedanke war ja etwas, in dem ich seit zehn Jahren ständig war.
00:22:22: Er war einfach um mich herum.
00:22:23: Aber dass es jetzt das ist und dass es nun das ist, das habe ich nicht realisiert.
00:22:30: Und wir hatten immer das Gefühl, Ja, das liegt daran, die Chemo-Geläbe nicht vertreitet hat.
00:22:38: Das ist wie eine Art Spatfolge der Chemo, dass das Blut so zusammengekracht ist und die Blutwerte so schlecht waren.
00:22:45: Es sind alles noch Folgen dieser Chemo.
00:22:48: Er hatte auch eine Nukleartherapie, alles in deiner Hand, auch noch Bestrahlung.
00:22:54: Wir hatten dann das Gefühl, es sei von dem, und das wird jetzt schon wieder besser.
00:22:58: Und dann bekam er solche Wassereinlagerungen ... und es wurde so stark, dass das Herz beeinflusst hat.
00:23:09: Es war ihm nicht mehr wohl, er konnte nicht sagen was es ist, er hatte noch keine Atme, aber er merkte, etwas stimmt nicht mit dem Herzen.
00:23:18: Dann fanden sie heraus, dass Wasser bis zum Herz steigt.
00:23:22: Und dann gab es kein Ermuss in den Opferl ins Spital.
00:23:25: Dort gab es ein Erlebnis für mich, wo neben dem, was du glaubst ... Aber ich glaube vorher war das mit dieser betreuenden Frau im Spital, die mir auch nicht gesagt hat, ihrer Mann stirbt.
00:23:42: Zum Glück nicht, sondern sie machte es wahnsinnig schön.
00:23:45: Sie fing mich in den Gang ab und führte mich so eine Inenische an und sagte, ob sie mit mir reden durfte.
00:23:53: Dann habe ich gesagt ja ... Und dann hat sie gesagt, nehmen Sie Ihren Mann nach Hause jetzt!
00:24:00: und macht sein Haus auf.
00:24:04: Das habe ich verstanden, das ist für mich ... Es hat niemand gesagt, er stirbt aber ich wusste, was sie meint.
00:24:10: Und dann ... Er wollte noch bleiben, gell?
00:24:14: Er fand noch, ja, nur ein, zwei, vier Tage.
00:24:18: Bleibe ich jetzt noch, geht es mir nachher noch besser.
00:24:21: Nachdem sie das sagte, wusste ich nicht, jeder Tag sei verloren, wenn man im Spital bleibt.
00:24:27: Dann haben wir einen, glaube ich, miteinander geredet.
00:24:31: dass wir jetzt doch heimgehen.
00:24:33: Und das war extrem gut.
00:24:36: Ich hatte festgefühlt, dass er schon sehr müde hatte, um sich mit ihm konfrontieren zu können oder ob es nicht etwas Mühe war.
00:24:44: Aber ich habe gemerkt, er war zum Teil wahnsinnig abwesend in dieser Zeit.
00:24:49: Ja und ich habe dann so im Nachhinein gedacht vielleicht ist er auch... Ich finde schon ein Teil von ihm ist vielleicht auch wirklich schon irgendwo sonst gewesen Und ich hatte das Gefühl, vielleicht war es auch eine Art Schutz, dass er das nicht zulassen würde.
00:25:07: Das Bewusstsein für das und dass er sich wie ... Weil wenn er das einladen würde, dass es dann inwiefern schlugte.
00:25:15: Das waren meine Erklärungen im
00:25:17: Nachhinein.
00:25:19: Du hast gesagt, die betreuende Frau war eine Pflegefachfache?
00:25:22: Ja, eine Pflegedienstleiterin.
00:25:25: Hat mir das gesagt.
00:25:27: Das ist für jeden anders, aber für uns war es extrem gut.
00:25:31: Haben Sie überhaupt über Sterben einmal gesprochen?
00:25:36: Die zehn Tage ungefähr war er zu Hause und ich habe dann die letzten paar Tage mich frei genommen und bin sehr viel da gewesen.
00:25:46: Mich hat das so beschäftigt ... Ich hatte nicht ein Gefühl, dass wir darüber reden müssen.
00:25:53: Was ist nachher?
00:25:53: Und auch das Gefühl, mit was für ein Bild von mir geht er.
00:26:01: Weil das ist dann eine Art abgeschlossen und ich hatte aber auch sehr Hemmungen in Arzt sprechen auf das und habe es dann gleich mal gemacht.
00:26:13: Dann haben wir uns tatsächlich etwas darüber unterhalten.
00:26:18: Das war schön, aber ich glaube nicht ... im Nachhinein auch nicht wahnsinnig wichtig.
00:26:25: Es ist dann nicht so gross, wenn ich mir das vorgestellt habe, sondern es sind andere nonverbale Momente wichtiger gesehen.
00:26:33: Das mit dem nonverbalen Element ... Ich glaube, wir haben nie über das geredet.
00:26:38: Man kann es probieren und man hat den Wunsch und man will ja wissen wie ... was nimmst du mit?
00:26:48: Was wird jetzt sein?
00:26:49: All diese Fragen... Wir haben einfach keine Antwort auf das.
00:26:55: Und wir haben nie über das geredet, aber wir haben uns ganz, ganz fest ausduscht ... Aber nicht verbal.
00:27:04: Ich weiss auch noch nicht über was.
00:27:06: Ich kann es vielleicht nicht so schnell beschreiben.
00:27:11: Das passiert ... ich glaube, das passiert noch im Verbal.
00:27:15: Und die haben uns sehr lange verabschiedet.
00:27:20: Nicht jetzt zehn Jahre, aber doch!
00:27:22: glaube ich, die letzten zwei Jahre nonverbal.
00:27:27: Und was es dann so weit war ... Es ist wie der Schluss eines Musikstukes, das einfach auch seinen Lauf nimmt.
00:27:39: und in diesem Nonverbal ist eben viel reicher und kann viel besser das Lacklingen, was da passiert als wenn man darüber reden
00:27:53: würde.
00:27:53: Es ist vielleicht auch eine eigenartige Frage, es ist wie immer ein Film oder der Moment,
00:27:59: in dem
00:28:00: sich alles konzentriert.
00:28:02: In diesem Satz und dieser Worte muss ja nicht
00:28:08: sein.
00:28:08: Ich glaube wir haben alle Abschied genommen und in dem wir nie über den Tag gesprochen haben.
00:28:14: aber die letzten zehn Tage hier war es fest von morgen bis am Abend.
00:28:19: Ununterbrochen Menschen waren hier.
00:28:21: Sie kochten uns mit uns, wir haben gute Weine aufgemacht.
00:28:25: Wir lachen, mein Mann und die ganze Sippe guckte um den Rundtisch.
00:28:32: Dann ist er da vielleicht wieder mal auf den Sofa liegen.
00:28:35: Dann sind vielleicht zwei mit ihm gelegen und haben gekuschelt, jemand hat dem Fuss massiert, dann kam er auch wieder einmal, jemand anderem kocht wieder ... Es ist eigentlich wie ein ... Es war eine riesige wunderschöne Moment von Abschied.
00:28:57: Er hat das gewusst, aber in diesem Hinblick hatte er auch eine Heiterkeit.
00:29:02: Oft sehr ein grosser Ernst.
00:29:04: Aber manchmal ist es so ... Es gibt Fotiwohner auf dem Sofa-Leid und Lächeln, die liegen um ihn herum.
00:29:13: Das ist nonverbale Situation.
00:29:15: Da mussten niemand darüber reden, dass du stürbst.
00:29:18: Was machen wir jetzt?
00:29:19: Was heisst nun das, wo die Enkel hier waren?
00:29:26: Es war so ... so gelebt.
00:29:29: Und in diesem Leben ist er dann irgendwann, das letzte Mal die Stäge hoch hat er sich geschleppt mit Hilfe von uns allen und dann ist er oben bleiben.
00:29:43: Dann sind alle gegangen und dann kam der Tod.
00:29:48: Das ist aber noch eine andere Phase.
00:29:51: Er ist aus dem Spital heimgekommen und irgendwann in dieser Zeit kam er nach Paliaviva dazu.
00:29:56: Wie war der Kontakt überhaupt gestanden?
00:30:02: Das waren genau die zwei Elemenzen.
00:30:03: Auf der einen Seite pflegen die Entschleitere im Triemlis-Spital, auf der anderen Seite unsere Tochter, die gesagt hat, hier ist ein Elefant im Raum und ich möchte über das reden.
00:30:16: Und dann haben wir ... Ich glaube, ich musste von mir reden.
00:30:21: Jetzt muss ich mich irgendwie vorbereiten und dank dem, dass ich das gar nicht richtig realisiert habe, haben sie mir im Triemelspital so eine Broschüre mitgegeben.
00:30:33: Einfach so ein Beigel in solche Sachen.
00:30:35: Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern.
00:30:38: Aber das ist dann auf der Ablage gelegen.
00:30:41: Paliavilla, da habe ich es mal aufgemacht und dachte, dann könnte ich jetzt mal anrufen.
00:30:47: Und das war schaurig gut.
00:30:49: Das war wahnsinnig gut!
00:30:50: Ich
00:30:51: habe das Gefühl, das Thema war
00:30:52: v.a.,
00:30:54: weil man ja nicht gewusst, wie lange es noch geht, wenn er jetzt zu Hause ist und so viele Stäge hier hat.
00:30:59: Kann er überhaupt bleiben?
00:31:00: Oder muss er irgendwo in ein Hospiz oder eine Palliativklinik?
00:31:05: In diesem Inneren kam die Palleaviva auf und das war eine wahnsinnige Erleichterung, die sie dann gekommen sind ... Einfach so ein bisschen Möglichkeiten aufgezeigt haben und dass die Prozesse an den Hand genommen haben.
00:31:21: Was ist da bereit, oder genau?
00:31:24: Ich weiss es noch ganz genau.
00:31:26: Also alles!
00:31:28: Und zwar im Beine von unserem Vater und meinem Mann.
00:31:33: Das war wunderbar, dass diese Frau ... Oder das war jemand, glaube ich, und nicht wir, der über das geredet hat.
00:31:44: Der ganze Prozess, das uns jetzt erwartet in verschiedenen Möglichkeiten geschildert.
00:31:50: Was kann sein?
00:31:52: Was kann passieren und was man dann machen kann?
00:31:55: Also was eine Symptome oder ein Problem auftauchen
00:31:59: kann?
00:31:59: Genau!
00:31:59: Was kann ein Problem auffauchen?
00:32:01: Dass es sein kann, dass er eben das und das hat und dann kann er nicht mehr daheim sein und dann gibt's diese Möglichkeit Oder er hat das nicht.
00:32:11: Aber wenn er hier bleibt, gibt es die Möglichkeiten und dann hat sie einen Schachtel für ihn genommen und schrieb ein Zettel von Hand, was sich wahnsinnig schön fand an.
00:32:23: Und hat uns jedes Medikament gesagt, ich gebe euch einen Schichtel mit allen Medikaments, denen ihr allefalls brauchen könnte – einfach ein bisschen.
00:32:34: dass ihr für jeden möglichen Fall sofort reagieren könnt.
00:32:40: Und eigentlich haben wir das erst mal im Beisei von meinem Mann eine Vorbereitung gemacht auf sein Sterben, und er war ganz wach und auch ganz gelöst – also er hat das sehr gut geisset, dass es so ist.
00:32:58: Das weiss ich auch sehr beruhigt, dass er gemerkt hat Es gibt Lösungen für alles.
00:33:08: Er kann sagen, was er am liebsten möchte und
00:33:12: das
00:33:13: kann man so weit es möglich machen.
00:33:16: Und es gibt sehr viel mehr Möglichkeiten als wir eigentlich vermutet haben.
00:33:21: Das hat ihn sehr entspannt.
00:33:24: Ich glaube, das hat uns alle wahnsinnig entspannt, denn es hat einen Ruhrein gebracht.
00:33:29: Wir hatten die Kontakte und wussten, dass wir jederzeit anrufen könnten, wenn etwas wäre.
00:33:34: Es gab so viele Optionen.
00:33:36: Wir hatten die Medi-Box, wir hatten ein Obfallset und das erste Hilfesetz bei einem Anker für was immer passiert.
00:33:44: Und auch dass er so ein gutes Gefühl hatte, hat natürlich auf uns sich dann übergetragen.
00:33:50: Ich weiss, wie der gesagt hat zu dieser Frau am Schluss Danke für den netten Besuch!
00:33:56: Er hat sich sehr sympathisch gefunden und sich wohlgefühlt.
00:34:00: Ich glaube, das hat eine Entspannung in diesem ganzen Prozess eingebracht.
00:34:04: Da habe ich mir tausende Fragen
00:34:06: und
00:34:08: Nervosität getroffen.
00:34:12: Das ist plötzlich weggefallen.
00:34:14: Ja ganz fest!
00:34:15: Also extrem hatte ich das Gefühl, wir sind aufgehoben und das sind Profis.
00:34:23: Und gleichzeitig aber extrem empathisch und sympathisch.
00:34:30: Wir hatten diese Menschen sehr gerne bei uns.
00:34:32: Wir haben uns gefreut, wenn sich die Frauen hier sind und alles Frauen waren.
00:34:37: Ausnehmend nette Begegnungen, sympathische Nettebegegnung.
00:34:43: Und das hat sehr viel Ruhe gebracht ins System.
00:34:46: Ich glaube am Schluss, dass so entspannt und richtig fast schön passieren konnte, hatte sehr viel mit diesem zu tun.
00:34:58: Was ich so ... Ich fand es schön, dass sie einen solchen Autonomie gegeben haben.
00:35:05: Vorher fühlte ich mich sehr hilflos und man weiss nicht so recht, wie das hier passiert, wo geht er an?
00:35:12: Man hat schon Geschichten gehört.
00:35:14: Es ist nicht so angenehme von jemandem, der im Spital stirbt und dann geht eine Riesenbürokratie auf und so.
00:35:20: Sie schafften das von Paliaviva uns einfach ... die Autonomien zurückgeben.
00:35:27: Das Gefühl, wir könnten selber entscheiden und was passiert, ohne dass wir so einen Druck haben von aussen.
00:35:34: Und sie waren auch, obwohl sie Profis gewesen sind und wahnsinnig souverän gewürgt haben oder vielleicht wegen dem ging es uns einen Ort in den Ruhmen zu geben, wo wir das selbst in der Sterbepotprozesse gehen können.
00:35:53: Wir wussten, Sie seien da.
00:35:54: Es gab die Kraft an die Hand, glaube ich, und uns das selbst dazu zu trauen, dass wir es auch hier in diesem Haus mit ihm gehen können.
00:36:04: Ich habe mich
00:36:05: niemals getraut.
00:36:08: Ich glaube nicht einmal mit dir, weisst du?
00:36:11: Allein!
00:36:11: Also ich habe mich das ... Ich habe mir das nicht getraute oder es wäre ... Es wäre nicht gut gekommen.
00:36:17: Ich wäre so nervös gewesen oder so hysterisch.
00:36:21: Keine Ahnung einfach außer mir irgendwie nicht mehr zum Denkenfähigen
00:36:25: ...
00:36:26: das zu wissen, dass es erstens du hier bist und zweitens der professionelle Rückhalt, den liebevollen professionellen Rückhalt.
00:36:38: Das hat das eigentlich ermöglicht, das er so schön anbreisen
00:36:46: kann.
00:36:47: Hatten Sie denn diese Picke in Anspruch genommen?
00:36:50: Hat es einen Moment gegeben, bei dem man anrufen oder anruf?
00:36:56: Ja.
00:36:59: Es ging sehr schnell, aber wir waren immer noch am Vieren.
00:37:03: Da kamen immer wieder Leute.
00:37:06: Dann war es der Moment, in dem er total erschöpft war und ... Ich meinte zuerst, dass er nicht mehr aufstand.
00:37:15: Er freute jetzt oder so, aber es schüttelte ihn.
00:37:18: In einer kürzischen Zeit bekam ich wahnsinnig viel Fieber.
00:37:23: Und dann habe ich gemerkt, Jetzt passiert etwas, das nicht mehr so ist wie alles andere vorher.
00:37:34: Wo war dein Bett?
00:37:35: Ich
00:37:36: saß auf dem Bett und es schüttelte ihn.
00:37:39: Ich versuchte noch zu wärmen, ihn dann cool für ihn abzulegen und bei zu ihm gelegen und habe ihn gekippt und gemerkt, dass er nicht kalt hat, sondern Fieber.
00:37:54: Und dann habe ich dir angeleutet, und dann hast du zum Glück ... Ah!
00:37:58: Und lustigerweise war es seit dem ersten Moment, als wir alleine waren.
00:38:02: Also wo er überhaupt allein war.
00:38:06: Ich denke, das hat ihn vielleicht gebraucht.
00:38:11: Dann habe ich dich angelegt und dann sagst du lustig wie ich bin schon unterwegs.
00:38:16: Und bist dann auch tatsächlich in der kürzesten Zeit da gewesen?
00:38:21: Das war ein Säge, weil ich extrem aufgeregt bin und nicht einmal mehr telefonieren konnte.
00:38:28: Ich hatte die Palia Viva, was ich heute nicht mehr zusammenbrach.
00:38:35: In meiner Erinnerung hatte man vor allem Angst, wenn wir ihn anrufen, dass er abgeholt wird.
00:38:40: Und das war deine Horal.
00:38:43: dass er jetzt noch einmal abgeholt werden muss und dass sie ihn müntert stecken abtransportieren, in den Krankenwagen und alles die stressigen Sachen.
00:38:52: Ich glaube von diesem hast du sehr Angst gehabt.
00:38:53: Und ich habe dann gefunden, nein, komm mit den Leuten an!
00:38:56: Die haben uns so einen guten ruhigen, so ein gutes ruhiges Gefühl gegeben.
00:39:03: Jetzt sagen wir einfach was die Situation ist und dann können wir uns bis jetzt ja auch schon vorgemacht haben, uns einfach Optionen aufzuzeigen.
00:39:12: Ich hatte Angst, jemand zu kommen.
00:39:15: Und ich wollte nicht, dass jemand aus meiner Tochter oder unserer Tochter kommt.
00:39:20: Weil ... Ich glaube auch, mein Mann und wir beide wollten nicht gestört werden.
00:39:28: Das war irgendwie ganz festgezogen.
00:39:30: Es war so ein näheres Tag, ich wollte keinem kommen.
00:39:35: Du bist dann aber kurz zum Glück.
00:39:39: Dann sagten sie, dass es so wunderbar war.
00:39:43: Sie haben uns am Telefon wie fern gestürzt und dann gab es aber einen Moment, in dem wir beide überfordert waren.
00:39:53: Ich weiss nicht mehr.
00:39:55: Er hatte wahnsinnig hohe Fieber und war auch immer ganz bei Bewusstsein.
00:40:02: Und jetzt sind wir irgendwie an unsere Grenzen gekommen.
00:40:06: Wir luten ihn noch einmal an.
00:40:08: Er kam von Paliaviva.
00:40:10: Sie hat auch gesagt, dass wir ihm etwas gegen das Fieber geben sollen, damit es zu hoch ist und dass es wahnsinnig stressig ist.
00:40:17: Der Schmerz hatte er eigentlich gekackt.
00:40:22: Nur schon so, dass die Fiebers dann tatsächlich nach oben kommen.
00:40:26: Er wurde ruhiger und nicht mehr so geschüttelt.
00:40:32: Er entspannte sich einfach alles.
00:40:35: Die wunderbare Frau, die ich nicht mehr weiss wie sie heisst von Paglia Uyua, hat sich dann gerade wieder zurückgezogen und gesagt, wir können sofort wieder anrufen.
00:40:42: Das ist innerhalb einer Viertelstunde hier.
00:40:46: Und wir sind alle... Also er ist gerade dazu.
00:40:50: Er hat sich bedankt.
00:40:51: Er
00:40:52: hatte sich bedankt, was gegangen ist!
00:40:55: für diese nette Besucht.
00:40:57: Ich glaube, das hat er dir gesagt!
00:40:59: Ich danke Ihnen für diesen netten Besuch.
00:41:01: Das war eines der letzten Sätze, was er gesagt hat.
00:41:05: Ja, mir hat es gar nicht gekauft ... Nein?
00:41:07: Also, das war verrückt.
00:41:08: Sie gaben dann wirklich noch ein paar Hinweise, wie wir mit den Medikamenten umgehen sollen und wenn wir etwas geben wollen.
00:41:16: Und dann hat sie uns sehr gut zugeredet.
00:41:19: Es kann nicht viel schief gehen.
00:41:24: Es passiert, wie es passiert.
00:41:26: Wir wussten, was wir kein gutes Gefühl haben.
00:41:31: Jedenzeit können wir uns melden bei ihr.
00:41:33: Aber sie hat uns irgendwie einen Kraft gegeben, dass das schon gut kommt.
00:41:40: Auch ohne jemand professionell.
00:41:44: Du warst einfach grossartig.
00:41:46: Du bist so unglaublich stark in diesem Moment.
00:41:50: Du warst so ruhig.
00:41:52: Du hast immer noch gewusst, was sie gesagt hat, welche Medikamente es nötig wäre und was man müsste.
00:42:01: Ich konnte nicht mehr aushalten.
00:42:05: Du schreibst alles an.
00:42:08: Es ist eine sehr gute Kombination für mich.
00:42:18: Mit dir und mit den Frauen von Polly Aviva.
00:42:23: Für mich ist das auch ein wahnsinniges, grosses, verantwortungsgefühl gespürt in diesem Moment.
00:42:29: im Gegenteil.
00:42:31: Ich muss jetzt alles machen, dass es ihm gut geht.
00:42:37: Dass er das irgendwie so gut wie es geht überstattet.
00:42:41: Das ist für mich ... Es war ein Geschenk, das dafür zu machen.
00:42:45: Das ist ja schon speziell als Tochter.
00:42:48: Es ist meistens anders herum mit den Eltern.
00:42:52: Dass sie der Verantwortung sind
00:42:55: und
00:42:56: dass es umgekehrt hat ... Ich habe die Verantwortung für ihn getragen und er sich dann auch so hingegeben hat.
00:43:04: Für mich war das wahnsinnig wertvoll.
00:43:06: Und ich habe das Gefühl, es sei wie so unglaublich.
00:43:10: Intime Momente zwischen uns, die wir vorhin nie ... Ich kann mich nicht erinnern, dass wir das so hatten.
00:43:17: Wir sind in unserem Leben gemeinsam.
00:43:20: Nach dem Tod hat Pauli Aviva ja noch einmal eine Rolle gespielt für euch.
00:43:26: Kannst du das vielleicht erzählen?
00:43:28: Wie es war?
00:43:30: Ja, er ist am Morgen, am ... ... am Siebenjahr gestorben und ... Was ich sehr schön finde, wir haben ihn auch angeläutet.
00:43:40: Und was ich sehr schön gefunden habe, ist, dass sie gesagt hat ... Ich lache noch jetzt.
00:43:45: Sie ist nicht gerade ... Sie sagte ja, in diesem Fall bin ich in einer Viertelstunde hier.
00:43:51: Genau!
00:43:52: Aber Paulia Wiva hat das sehr geschätzt.
00:43:55: Also ich habe es sehr geschetzt, dass die gesagt haben, wir lassen euch in Ruhe und das war auch ganz wichtig.
00:44:02: Wir waren dann einfach bei ihm.
00:44:06: Dann ist aber, ich weiss nicht mehr genau, wenn Ist diese Notfallärztin gekommen, die den Tod feststellen musste?
00:44:15: Und dann kam die wundere Frau von Paglia Viva.
00:44:24: Bist du dabei gewesen?
00:44:25: Das weiss ich nicht mehr mit uns beiden.
00:44:29: Oder hast du geholfen?
00:44:30: Das weiß ich nicht.
00:44:33: Hat ihn einfach gewaschen und ... Abzogen und das Bett abzogen, einfach alles frisch gemacht.
00:44:41: Und er hat uns aber gesagt, wir könnten dabei sein oder ... Wir müssen nicht.
00:44:46: Wir sind dann geblieben?
00:44:49: Ich weiss es noch, ich habe so wenige Erinnerungen.
00:44:52: Mal war ich dabei und ... Ich habe ihn gesehen seit langem erst mal.
00:45:00: Ich hatte einen Detschersgefühl.
00:45:01: Das ist etwas anderes.
00:45:08: als mein lebendiger Mann.
00:45:11: Aber ich habe diese Liebe gespürt, die auch in diesem Körper dieser Hühle vermittelt hat.
00:45:21: Für mich ist es so überkommt und das ist sehr, sehr respektvoll umgegangen.
00:45:28: Und danach ist er schön betet in seinem eigenen Bett, in unserem Bett gelegen ... Menschen wiederkommen.
00:45:39: Wir haben uns Kaffee trinken und ihn besucht, auch die Kinder des Dorfes.
00:45:45: Zu Hause war es offen und sie traut sich nicht alle.
00:45:49: Sie waren zu ihm aber hier am Tisch, wenn er unten ist.
00:45:57: Die einen denken, sie will nicht gehen.
00:46:01: Aber sie hat mit allen am Tisch gesessen ... was alle erzählt haben.
00:46:06: Und ich denke, sie hat auch etwas mitgenommen und die Kleinen waren beinahm.
00:46:13: Weisst du noch?
00:46:14: Ein Kind sagte etwas lustig.
00:46:16: Was war das?
00:46:17: Er sieht schön aus!
00:46:19: Also ein Fünfjähriges.
00:46:21: Er sieht ... er sieht schön Aus.
00:46:23: Ein Fünfjähriges Kind hat abgerufen zu duten, dass er gar nicht schlimm aussieht.
00:46:33: Ja... Ah, hier ist es wieder.
00:46:34: Es ist Es ist alles um den Tod, um irgendwie lebendig geworden.
00:46:39: Und das war nur möglich, weil wir alle einigermaßen entspannt waren und aufgehoben sind.
00:46:48: Ich
00:46:49: fand es wahnsinnig wichtig, dass er hier noch etwas sein konnte, einfach damit er auch verarbeitet, diesen Moment vom Sterben zu sterben.
00:46:58: Das ist schon Wahnsinnig ... Ein Erlebnis!
00:47:04: Es hat es für mich auch realer gemacht, dass er jetzt nicht mehr da ist.
00:47:09: Ich war dabei und ich habe wie gespürt oder gesehen oder auf wahrgenommen sagen müssen, wie diese Energie halb verschwunden ist aus seinem Körper.
00:47:22: Und das hat es so ein bisschen nachvollziehbar gemacht, denke ich als wenn ich von heute auf plötzlich gemerkt oder gehört hätte, erlebt jetzt nichtmehr.
00:47:33: Es ist ein Jahr vergangen.
00:47:34: Wie hast du ... Kannst du es in Worten fassen, wie du
00:47:38: traurig
00:47:38: bist?
00:47:40: Oder wie du noch trauerst?
00:47:42: Das nimmt ja nicht einfach einen End.
00:47:45: Ja, das ist eine gute Frage.
00:47:48: Es hat zuerst das Weile gebraucht.
00:47:49: Ich weiss noch, ich habe beim Schaffen angegelt und gesagt, was passiert ist.
00:47:53: Und ich habe wahrscheinlich erst morgen wieder.
00:47:59: Das habe ich erst zu realisieren, das ist absurd.
00:48:02: Ich konnte nicht Boren wieder arbeiten.
00:48:05: Aber es hat irgendwie ein Moment dauert, bis es so eingesichert war, was es überhaupt bedeutet und was für einen Einschnitt in dem Moment ist.
00:48:15: Und dann habe ich zwei Wochen, die man nähen darf ... Dann bin ich aber sehr schnell auch wieder sehr einbunden gewesen.
00:48:23: Das war schon einmal nicht ganz einfach, der Spagat irgendwie von einbundendem sein.
00:48:29: was einerseits auch gut hier hat.
00:48:33: Aber gleichzeitig fand ich es schwierig, um die beiden zu vereinbaren.
00:48:40: Ich konnte das Einten zulassen, wenn ich im Anderen war und manchmal hatte mir gewünscht, dass ich mehr
00:48:49: Raum
00:48:50: hatte, mich damit befassen zu können.
00:48:53: Ja ... Das hat sich mit der Zeit etwas geleitet.
00:48:57: Ich hatte wirklich Sorgen von dem, dass ich im Zwenigraum gebe und sich Sachen vergiss.
00:49:04: Und dass ich ihn vergesse.
00:49:07: Mit der Zeit habe ich gemerkt ... Es kommt, wenn es kommen muss, auch in die Ruhe.
00:49:13: Sie hat sich immer wieder ihren Weg gesucht.
00:49:16: Und ich kann nicht vergessen.
00:49:19: Wie ist das bei dir?
00:49:21: Ich kann das fast nicht beschreiben, weil ich mich ganz schlecht erinnere.
00:49:26: Es ist ein völliger Ausnahmezustand von dem Moment, an dem er in Sterben ging bis ich würde sagen für mich fast ein halbes Jahr nachher.
00:49:39: Ich habe immer das Gefühl gehabt, ich bin in so einem Schwäbezustand irgendwo nicht ganz in der Realität.
00:49:48: Ich kann mich auch wirklich fast nicht erinnern, was ich gemacht habe.
00:49:51: Man muss ja dann auch einiges erledigen und das kann man auch.
00:49:55: Aber ich war mit meinen Emotionen keine Ahnung wo gewesen.
00:50:02: Viel bei Menschen, bei Freunden, bei dir, bei unserem Pflegesohn kamen wir zwei oder drei Mal und haben uns bett.
00:50:12: Du bist gekommen und hast das Bett.
00:50:14: Wir haben zusammen in den Stuben geschlafen, dass ich nicht allein im leeren Zimmer bin oder ... Ich weiss nicht, wie viel ich bringe, sitze durcheinander?
00:50:22: Oder war das vorher?
00:50:24: In jedem Fall haben wir hier unten in den Stauben geschlaft und er konnte uns das Bett machen.
00:50:30: Und viele so Erlebnisse mit Freunden und neuerchen Menschen, die ... wo mich aufgekommen haben.
00:50:38: Du bist manchmal gekommen und hast gesagt, du hast ausgestrahlt, ich muss wieder mal etwas trauren.
00:50:43: Dann hast du vielleicht auch hier übernachtet oder ... Wir waren einfach zusammen.
00:50:50: Und Traur dunkle mich bei mir.
00:50:53: Am Anfang war es der Schock.
00:50:57: Es war nicht ein Schock, aber es ist ein Zustand, das man nicht kennt.
00:51:03: Das ist dann abgeflaut und kommt jetzt ... Es ist wie eine Kolik.
00:51:09: Für mich ist es ein Zustand ... Ich kenne das, ich hatte in meiner Jugend keine Koliken.
00:51:16: Darum weiss ich wieder, was das ist oder wer.
00:51:19: Es kommt so unangkündig und plötzlich und absolut unüberwindig.
00:51:26: Man kann gar nichts machen.
00:51:27: Das kommt einfach nicht mit.
00:51:29: Und es geht aber auch wieder.
00:51:31: Und diese Erfahrung zu machen, es geht auch wieder weg.
00:51:35: Der Schmerz, oder das ist einfach ein Schmerzen, den man fast nicht aushaltet.
00:51:39: Dann geht er wieder weg
00:51:41: und
00:51:41: mit der Zeit weiss man das und dann ist es nicht mehr so schwierig.
00:51:45: Da kann man wie etwas drüber schnurren oder auch sonst etwas.
00:51:49: Man kann was Strategien entwickeln und dann wird es ringer.
00:51:54: Und diese Kohlungen kommen jetzt immer grösseren Abständen.
00:51:57: Das ist nach einem Jahr eindeutig.
00:52:00: also ich bin ... immer noch, jetzt gerade wieder.
00:52:04: Es kommt dann auch schon wieder.
00:52:07: Aber in viel grösseren Abständen.
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