Reportage: Unterwegs mit dem Palliativseelsorger Volker Schmitt
Shownotes
Manchmal ist es die Wut auf «den da oben», die er zu hören bekommt, manchmal ist es die Sorge um die Katze oder um die Angehörigen. Häufig sind es Momente, die unter die Haut gehen. Wie der, als ein sterbender Mann seine Hände plötzlich zum Gebet faltet.
Volker Schmitt, katholischer Palliativseelsorger, holt die Menschen dort ab, wo sie in ihren Krankheitssituationen stehen. Er führt Gespräche über Religion, über Gott und die Welt, aber schlicht auch über Alltagsfragen.
Die Reportage über einen Job mit Abwechslung und Emotionen im Palliaviva-Podcast.
Der Artikel zum Podcast: www.palliaviva.ch/blog Seelsorgerische Betreuung zu Hause: Palliativseelsorge. Begleitung daheim.
Stichworte zu dieser Folge:
• Seelsorge • Palliativseelsorge • Spiritualität • Religion • Kirche • Gespräche • Alltag • Lebensqualität • Trauer • Abschied
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00:00:08: Seelsorge wird oft mit dem Sterbeprozess verbunden, dass wir ganz am Schluss kommen, wenn es überhaupt gar keine andere Hoffnung mehr gibt.
00:00:15: Und das sind einfach so Bilder, die nicht der Realität entsprechen, aber die sind einfach da.
00:00:21: Auch Volker Schmidt kennt das Bild vom Pfarrer, der ganz am Schluss des Lebens nach unten die letzte Ölung gegeben hat.
00:00:28: Volker Schmidt ist aber nicht Pfarrer und die letzte Ölung sagt er, die gäbe es so auch nicht mehr.
00:00:35: Heute zeigt das eine Krankensorbung, die nicht nur für Sterbende, sondern für alle kranke Menschen denkt sich.
00:00:42: Der Volker Schmidt ist einer der katholischen Seelsorger im Team Palliativ-Seelsorge, begleitig der Hei.
00:00:50: Palliativa vermittelt das Team an Patientinnen und Patienten, wenn sie das möchten.
00:00:56: Dann kommt der Volker Schmidt oder jemand von seinen Kolleginnen und Kollegen die Hei vorbei.
00:01:02: Der Volker Schmidt nimmt mich in seine Welt vom Palliativ-Sensorger mit.
00:01:06: Das ist der Podcast von Pallia Viva.
00:01:09: Ich bin Rebecca Heveli.
00:01:11: Wir treffen uns zuerst in der Villa Sonnenberg.
00:01:19: Das ist das Kompetenzzentrum für die Palliativ-Care vom Spital-Affolderen.
00:01:25: Hierher kommt der Volker Schmidt einmal in der Woche für den interdisziplinären Abort, der sogenannte IDR.
00:01:32: Ich bin Montags hier beim IDR in der Villa von drei bis vier.
00:01:36: Alle andere Termine, die entstehen so im Laufe der Woche.
00:01:40: Es gibt Termine, gerade im ambulanten Bereich, die ich langfristig mache, also zwei, drei Wochen voraus.
00:01:47: Alle andere Begegnungen, Termine, die entstehen entweder am Tagesablauf, wenn ich unterwegs bin.
00:01:54: Oder wenn jemand von eure Kolleginnen und Kollegen anruft, dass da noch palliative Patientinnen Unterstützung braucht, dann würde ich dorthin fahren.
00:02:10: für das Spital auffoltern und für das Spital ambulant.
00:02:18: Das heisst, dass es eben für die Palliativseelsorge, die zu einem heimkommt.
00:02:22: Das ist ein ökumenisches Angebot der Reformierten und der katholischen Kirche.
00:02:27: Im Limitalspital leitet er auch sonntags Gottesdienst in den Spitalkapellen.
00:02:33: Der Volker Schmidt ist nicht Pfarrer, sondern katholischer Diakon.
00:02:38: Er ist in der U-Bahn in der U-Bahn.
00:02:40: Er ist in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn in der U-Bahn
00:02:59: in der U. Ich bin in aller Regel jetzt hier, meine Besuche in der Villa mache ich dann am Abend.
00:03:04: Spätere Nachmittag am frühen Abend, wenn alle andere Diszipline durch sind und ich so irgendwie merke, dass so Ruhe in den Tag einkirrt und ich immer wieder spüre, dass dann halt auch die Gespräche mit Seelsorge halt letztendlich auch gut sind oder die Menschen dann in eine andere Art und Weise da unterwegs sind.
00:03:23: Und wie gehst du vor?
00:03:25: Gibt es mal eine ganze Klarung in der Trainung zwischen Leuten, die reformiert sind, Leute, die katholisch sind und Leute, die eher aus den Kielen ausgetreten sind?
00:03:34: Oder wie gehst du davon, Zimmer zu Zimmer zu?
00:03:37: Du kennst ja noch nicht alle, die vorbeigegangen sind.
00:03:40: Also grundsätzlich, ob jetzt im Spital Imertal oder hier im Spital Auffoldern, es gibt diese konfessionelle Trennung.
00:03:46: Das heisst also, es gibt ... katholische Seelsorge, und es gibt reformierte Seelsorge.
00:03:51: Und wir gehen mal zu unserer Konfession zuallererst mal.
00:03:56: Das heisst,
00:03:58: du schaffst es konkret auf einen Plan?
00:04:00: Oder du fragst, wirst du dich mit der Pflege aus?
00:04:04: Ja, ich habe auch eine Patientinliste, wo draufsteht, ob jemand katholisch oder reformiert oder konfessionslos oder was auch immer ist.
00:04:13: Und die besuchen wir zuerst mal.
00:04:17: Und dann, wer dann zu den anderen geht, das ist immer eine Frage von Absprache.
00:04:22: Jetzt nach dem IDR.
00:04:23: Zum IDR wird auch meine reformierte Kollegin da sein.
00:04:26: Und danach setzen wir uns kurz zusammen und schauen, wer geht wohin.
00:04:30: Und wir besuchen grundsätzlich alle.
00:04:33: Außer, wenn jemand im Eintrittsgespräch bei einem Nese sagt, er wünscht keine Seelsorge.
00:04:38: Und dann gehen wir nicht hin.
00:04:40: Der Volker Schmidt drängt sich auch noch nicht auf.
00:04:42: Und er hat auch keine Bibel unter dem Arm.
00:04:45: Er versteht sich als Lebensbegleiter und holt die Leute dort ab, wo sie stöhnt in ihrer kranken Situation.
00:04:53: Überhaupt findet er Spiritualität.
00:04:56: Und um das geht es hauptsächlich nicht nur in der Religion, sondern auch wenn er als Seelsorger vorbeikommt.
00:05:03: Spiritualität sei überall, gerade in Phasen, in denen es einem schlecht geht.
00:05:07: Wenn jemand von der Pflege, wenn die Ärzte da sind oder wenn die Psychotherapeutin da ist oder unser Kollege mit der Klangschale Therapie, auch dort geschieht Spiritualität im spirituelle Rahmen.
00:05:22: Es ist jeder von uns, der einem Patient in Kontakt ist, spirituell unterwegs, wo die eigene persönliche Identität angesprochen wird, wo sich das zeigen darf, auch gerade in der Klangschale Therapie, wie diese Schwingung in meinem ganzen Körper durch Stringe und alles in eine Harmonie hineinbringt dann auch.
00:05:43: Wunderschön, aber wir haben es mit sterbenden Leuten zu tun.
00:05:47: Wahrscheinlich zu schön.
00:05:48: Das ist ja auch eine Sache, die ich immer wieder entdecke.
00:05:52: In dem Moment, wenn jemand eine palliative Diagnose bekommt, sind die Reaktionen sehr unterschiedlich.
00:05:57: Es gibt sogar Menschen, die es ein Stück weit erleichtert, weil sie es so schon die ganze Zeit ahnen.
00:06:04: Aber man versucht, mit ganz viel Therapie und mit vielen Nebenwirkungen ihn nochmals zu kurieren.
00:06:12: Und in dem Moment ... Wenn ein Arzt sagt, wir lassen es jetzt und wir werden schauen, dass wir sie palliativ gut begleiten, dann ist eine große Erleichterung da.
00:06:23: Und es wird nochmal ein großer Lebensraum, meistens auch möglich, wo sehr viel Lebe drin ist, wo viel Schönes sich ereignen kann, auch in Begegnungen mit Familie, mit Freunde.
00:06:36: auch mit Lebensthemen, die man nochmal irgendwo sicher fühlen möchte, Reise irgendwo hin oder ein Konzertbesuch und Dinge, die einfach das Leben auch lebenswert machen.
00:06:48: Und ich erlebe manchmal Patienten im palliativen Prozess lebendiger.
00:06:54: als andere Menschen, die jetzt gesund unterwegs sind, weil sie vielleicht mehr gespürt dafür haben, was Leben ist.
00:07:02: Und da wird die Spiritualität auch, bekommt auch Bedeutung.
00:07:06: In meinen Augen ist es gerade wanderig, oder?
00:07:08: Also zwischen dem, wo du jetzt so schön beschrieben hast und dem anderen eben bewusst sind, dass es ... dass es etwas traurig war, dass es einen Abschied hat, etwas, das einen unwiederbringlichen Abschied hat.
00:07:23: Wo positionierst du dich da?
00:07:25: Also, dass es allem nachvollziehbar ist, dass du dich in der Rolle ... auch das gute quasi zu zeigen.
00:07:34: Aber ...
00:07:35: Ich zeige ja nicht nur das Gute, sondern die seelsorgliche Begleitung ist nicht nur dafür, das Gute in einem Prozess zu deuten, sondern es geht vor allem in alle Dinge, die dort geschähen, einfach dabei zu sein, auch das Schlechte auszuhalten.
00:07:50: Ja, wir haben ja keine Antworten.
00:07:52: Und wenn jemand sehr gerade am Leiden ist oder sich die Frage stellt ... was das Ganze jetzt noch soll oder welche Lebensqualität denn überhaupt noch da ist und einfach dabei zu sein und mit auszuhalten, dieses Leid mit auszuhalten und dem Menschen zu zeigen, dass er oder sie nicht alleine ist, sondern dass wir für sie da sind.
00:08:16: Wir haben genauso wenig Antworten, aber gerade in diesem Nicht-Antworte-Könne fühlt sich der Menschen oftmals respektiert in seinem Leid.
00:08:25: Weil wenn wir sehr schnell mit Antworten kommen, dann drohen wir immer wieder, auch die Leitsituation zu banalisieren und zu vereinfachen und den Menschen in seinem Leid wirklich nicht ernst zu nehmen.
00:08:37: Ist nicht trotzdem irgendwo derwartig, dass du vielleicht nicht in seinem individuellen Fall, aber so über das Ganze rauskommst, eine Hoffnung vermitteln kannst?
00:08:49: Oder wie gehst du mit ihm um?
00:08:51: Also wenn du ein Schicksal siehst, vielleicht gerade von jemandem ... Jüngerem, was ist deine ganz persönliche Antwort?
00:08:58: Warum lässt Gott das zu?
00:09:01: Warum Gott das zulässt?
00:09:02: Darauf habe ich keine Antwort.
00:09:04: Aus meiner christlichen Beheimatung her glaube ich an einem herziger Gott, der das gesamte Gefüge in der Hand hält und in jedem einzelnen Menschen sich zeigt.
00:09:16: Ich vertraue darauf aus meinem Glaube heraus, dass es größere Sinn gibt, den ich aber nicht... Ich sehe in dem Moment, beziehungsweise den ich nicht erkenne.
00:09:25: Auf was ich vertraue, ist auf den Weg, auf den Weg, der sich für den Mensch, der jetzt in dem Prozess drin ist, sich vor ihm zeigt.
00:09:34: Ich vertraue auf den Weg, den die Angehörige mit dieser Person machen.
00:09:40: Aber jetzt kommen wir mit ihm an IDR, an interdisziplinärer Report, die im obersten Stock der sogenannten Villa stattfindet.
00:09:49: Am Tisch sitzen Ärzte, Pflegefachpersonen, Vertreterinnen von anderen Prüfen wie Physiotherapie, Ernährungs- und Sozialberatung und auch der katholische Seelsorger und seine reformierte Kollegin.
00:10:03: Dabei sind in der Regel auch die Timmike von Paglia Viva.
00:10:08: Die Situation von allen Patientinnen und Patienten, die momentan in der Villa sind, wird besprochen.
00:10:15: Man tauscht sich aus darüber, wie man gewisse Symptome, wie Schmerzen oder Appetitlosigkeit noch besser in den Griff bekommen kann.
00:10:24: Oft geht es auch um Anschlusslösungen, die nach dem Spital auftreten.
00:10:29: Kann jemand wieder nach Hause?
00:10:31: Oder ist es ein Flaggeheim?
00:10:32: Oder ist die Besserlösung?
00:10:35: Der Seelsorger Volker Schmidt kennt ein paar Patientinnen und Patienten schon, weil er es zu Hause besucht hat.
00:10:43: Darunter ist auch ein älterer Mann, der im Moment ganz schlecht geht und die Familie ist.
00:10:56: Der Robot löst sich auf.
00:10:58: Allgäuert wieder euren Arbeitsplatz zurück.
00:11:01: Was es mir jetzt für meine Disziplin bringt, ist, dass ich jetzt auch orientiert bin wie Ärzte, Pflegende, die Situation einschätzen.
00:11:12: Also gerade wenn ich mit Patientinnen und Patienten begleite, ist immer die Frage, mit welcher Hoffnung arbeite ich dann, dass ich jetzt nochmals irgendwo die Symptome so gut in der Kontrolle kriege, dass ich noch mal nach Hause könne vielleicht, um dort noch mal Zeit mit ihrer Angehörige zu verbringen oder ob Ärzte es realistischerweise einschätze, dass die Situation sich in den nächsten Tagen verschlechtert.
00:11:36: Söttige Informationen segelt für ihn wichtig, sagt der Volker Schmidt.
00:11:40: Grundsätzlich segelt er aber völlig offen in diesen Gesprächen mit Betroffenen.
00:11:45: Wir gehen hin und wir schauen dann, wenn sich ein Gesprächsraum öffnet, über was der Patient mit uns reden möchte.
00:11:53: Also der Patient gibt die Themen vor.
00:11:55: Nicht wir.
00:11:56: Es ist wirklich eine offene Begleitung, wo die Themen angesprochen werden, die jetzt gerade in der Begegnung aktuell sind.
00:12:04: Heute hat der Volker Schmidt nach dem Rapport noch drei Besucher vor in den Villa.
00:12:09: Einer davon bei dem Eltermann, der seit den letzten Tagen rapid schlechter gegangen ist.
00:12:15: Der Sterbeverlauf wird jetzt beschleunigt oder hat sich gerade beschleunigt.
00:12:20: Er sieht so aus, als ob er dann vielleicht den nächsten Tag sterben darf.
00:12:26: Und die Familie ist jetzt etwas erschrocke, als sie heute zu Besuch kamen.
00:12:31: Und wir hatten kurz auf dem Flur miteinander gesprochen.
00:12:35: Und dann habe ich ihnen das Angebote.
00:12:37: Das wird in dem Sinne auch religiöses Ritual sein, weil die Familie ist religiös.
00:12:43: Aber solch ein Ritual biete ich grundsätzlich auch Familie an, die jetzt spirituell Offe unterwegs sind.
00:12:50: Und auch sie nehme das oftmals sehr gerne an.
00:12:54: Der Volker Schmidt verschwindet kurz.
00:12:56: Er geht ins Weihwasser im Auto, sagt er mir.
00:13:00: Er fragt die Familie, ob ich beim Ritual dabei sein darf.
00:13:04: Sie sagt ja.
00:13:05: Er kommt zurück mit einer Glasflasche, wo das Weihwasser drin ist.
00:13:16: Das Ritual dauerte etwa eine Viertelstunde.
00:13:19: Der Seelsorger und Diakon sagten dem sterbenden Patient, der Sterbe.
00:13:24: Auch die Frau und die Tochter sagten ihn mit Weihwasser, und sich von ihm verabschiedet.
00:13:32: Es war ein tief trauriger, aber auch ein sehr versöhnlicher Moment.
00:13:38: Ich bin froh, dass ich der Angehörige und auch dem Sterbende jetzt das anbietet durfte, weil es so ein Ritual ist, wo alles zusammenkommt, wo auch vieles, was noch vielleicht unausgesprochen ist, symbolisch.
00:13:56: in diesem Weihwasserzeichen jetzt in dem Falle nochmals ihm zugesagt wird.
00:14:02: Und von daher ist es was sehr berührendes, was mich immer wieder berührt.
00:14:06: Es ist immer anders.
00:14:09: Aber für mich ist es berührend.
00:14:12: Und für mich ist es auch jetzt die Möglichkeit von dem Patient selbst mich auch ein Stück weit zu verabschieden.
00:14:17: Es waren ja doch Bekleidungen jetzt über mehrere Woche mit mehrere Begegnungen, intensivere Gespräche.
00:14:24: Also von daher ist es Ich bin froh, das für mich gut abzuschließen und mich zu verabschieden.
00:14:34: Dann bitte ich das an und wenn die Familie das möchte, das ist die Voraussetzung, dass die Familie das möchte.
00:14:40: Mir ist auch wichtig, dass der Patient das möchte in irgendeiner Form.
00:14:44: Bei ihm war das sehr schön, deutlich, dass er das angenommen hat.
00:14:48: Er hat Hand unter den Deckel geführt und hat batet.
00:14:53: Und es war sehr eindrücklich jetzt.
00:14:56: Es sind schöne und gleichzeitig schreckliche Augenblick.
00:15:00: Aber geht das überhaupt zusammen?
00:15:03: Der Volker Schmidt findet schon.
00:15:05: Er ist in Deutschland im Saarland aufgewachsen und er sagt, er habe das selber beim Abschied von seinem Vater erlebt.
00:15:12: Es gab Momente und Phase, die waren absolut schrecklich, wo wir als Angehörige absolut überfordert waren, wo wir angewiesen waren auf professionelle Hilfe.
00:15:23: Es gab wunderschöne Momente, wo wir einerseits vor Lache tränen in der Auge hatte oder miteinander geweint hatte.
00:15:30: Auch dieses Gefühl, das war damals bei uns in der Familie, dass wir als Familie wieder zusammengerückt sind.
00:15:36: In dieser Weise war es schrecklich schön.
00:15:38: Und meinen Vater dann auf diese Schwelle zu bringen, dass er dann halt sterben darf in dem Moment.
00:15:44: Er hat doch sehr gelitten.
00:15:46: Das war dann letztendlich eine Erlösung und hat uns als Familie eine große Zufriedenheit gebracht.
00:15:51: Neben aller Trauer, neben allem, dass wir ihn vermissen und wir nicht verstehen, warum er jetzt so früh in unserem Sinne oder unserem Verständnis gestorben
00:16:03: ist.
00:16:04: An dem Abend besucht der Volker Schmidt in der Villa noch weitere Patientinnen und Patienten.
00:16:11: Eine ist eine ältere, sehr geläubige, katholische Frau, die krebserkrankt ist.
00:16:16: Sie hat gerade beschlossen, keine weitere Therapie mehr zu machen.
00:16:21: Am nächsten Tag will sie das der Familie mitteilen.
00:16:24: Und für das erhofft sie sich Kraft aus dem Gebett, der den Seelsorger für sie spricht.
00:16:35: Am nächsten Tag treffe ich den Volker Schmidt wieder.
00:16:39: Ich fahre mit ihm auf Besuch, die heim bei drei Menschen, die auch von Paglia Viva begleitet werden.
00:16:45: Und hier geht es jetzt im Gegensatz zum Tag vorher in keinem einzigen Gespräch um Gott, um das Betten oder um Weihwasser.
00:16:57: Beim ersten Termin treffen wir einen Mann an, der krank ist und auch ein bisschen verwirrt.
00:17:03: Und wo die Frau vor allem erzählt, wie ihr Alltag aussieht und dass doch der regelmässig vorbei kommt und viele Aufgaben übernimmt.
00:17:12: Der Zweite Besuch ist bei einer Frau, die fest auf eigene Energien und ihre Spiritualität vertraut, die nichts mit den Kielen zu tun hat.
00:17:21: Das Gespräch dreht sich vor allem um ihre Katze, die sie vor einer Woche einschlöpfen lassen müssen.
00:17:27: Sie spricht einer Stunde mit dem Volker Schmidt und am Schluss frage ich sie, wie sie jetzt geht.
00:17:33: Ein Stück besser, weil ich habe wieder etwas mehr Klarheit.
00:17:38: Ich habe natürlich auch wieder
00:17:39: das Gefühl,
00:17:40: ich habe wieder ... Ein gewisser Boden.
00:17:42: Ich fühle mich auch etwas optimistisch, kann ich sagen.
00:17:47: Jetzt ist der Seelsorger vom Volker Schmidt bei Ihnen.
00:17:51: Aber es ging um die Seele, aber nicht um die Religion.
00:17:56: Ja, weil ... Ich höre nicht zu den religiösen Leuten, sondern ich bin spirituell unterwegs.
00:18:04: Das ist für mich ein grosser Unterschied.
00:18:08: Also nicht, dass ich etwas gegen Religion habe, um zu wählen, aber Religion ist für mich schon etwas dogmatisches und in der Spiritualität
00:18:18: fällt das weg.
00:18:19: Und dort fühle ich mich aufgehoben in dieser Weite.
00:18:24: Und für was nutzen Sie jetzt?
00:18:25: die Gespräche mit dem Seelsorger?
00:18:28: Also was hat hier alles Platz aus Ihrer Sicht?
00:18:31: Für mich hat hier alles Platz.
00:18:36: Ich dachte, wie geht ein Seelsorger mit mir um?
00:18:43: Ich, die so verkehrte Ideen haben oder Energie haben.
00:18:46: Ich, die heilhörig und hellsichtig sind.
00:18:49: Das ist für andere Menschen noch schwierig.
00:18:53: Ich hatte etwas Mühe, weil ich Angst hatte, dass es die Probleme geben könnte.
00:18:58: Aber es ist gut.
00:18:59: Danke überhaupt nicht so.
00:19:01: Die dritte Begegnung an dem Nachmittag ist eine rechte Herausforderung.
00:19:05: Die Frau, die den Volker Schmidt besucht, ist krank und leidet unter Atemnot.
00:19:10: Sie sagt, sie könne nicht verstehen, warum er hier oben das Arttöche hat.
00:19:15: Das hat sie nicht verdient.
00:19:18: Es war sehr ehrlich, sie war sehr aufrichtig.
00:19:22: Sie war am Anfang voller Wut, verständlich, voller Frust, voller Ärger.
00:19:27: Und den musste sie loswerden.
00:19:30: Und das hat sie gemacht.
00:19:32: Und dann bin ich derjenige, der das ... annimmt, also der das hört und der auch dann das Rückmeldet, dass ich das sehr wohl wahrgenommen habe, diesen frustrieren Ärger und dass ich ihn auch verstehe und dass es, was sie erlebt, netten Ordnung ist.
00:19:46: im Gegenteil.
00:19:47: Das darf man auch Gott, indem sie ihn auch vorhalte.
00:19:50: In dem Sinne halte ich das aus, höre mir das an, bestätige den Ärger und sage ja, sie haben Recht und darum gehe ich jetzt in dem Gespräch.
00:20:00: Wo sie ihre Wut los geworden ist, ist das Gespräch viel ruhiger verlassen.
00:20:04: Am Schluss hat der Salesorger gefragt, ob er noch mal vorbeikommen soll.
00:20:09: Sie sagte, er könne sich in zwei Wochen wieder melden.
00:20:13: Ich habe den Beruf gewählt, weil ich die Begegnung mit den Menschen mag.
00:20:18: Deswegen versuche ich die meiste Zeit Begegnung zu suchen oder mich anzubieten als Gesprächspartner.
00:20:27: Das gelingt mal mehr, mal weniger gut.
00:20:29: Es gibt auch Tage, an denen ich vielleicht nicht so kommunikativ bin, wo ich selbst irgendwo Thema in mir trag, wo ich vielleicht ... Kein so guter Resonanz bieten.
00:20:41: Das gehört auch zur Ehrlichkeit dazu, dass man in diesen Tagen vielleicht weniger Besucher macht und dafür mehr am Computer setzt, um dann Planungen, Administratives zu erledigen.
00:20:52: Volker Schmidt wohnt in Thalwill, ist Küraten und seine Frau ist auch Seelsorgerin.
00:20:58: Es redet mit ihr, sagt er, es sei für ihn wichtig, zum professionellen Distanz zu behalten.
00:21:04: Auch der Heimweg mit dem Auto half wieder dabei.
00:21:08: Ich höre Auto- und Musik.
00:21:11: Da ist sehr viel Emotion drin.
00:21:14: Wenn ich nach Hause fahre, kann es sein, dass ich noch einen Umweg drehe, um dann vielleicht noch ein Lied besonders laut zu hören.
00:21:21: Das habe ich heute Abend die Möglichkeit nicht mehr, dass ich eine Spitalkapelle gehe und noch das Kerzli anzünde.
00:21:28: Und dann einfach sage ich, das war jetzt mein Zeug.
00:21:31: Und ich gebe es jetzt ab.
00:21:34: Ja, dann bin ich wieder bei Gott, bist du verantwortlich und schau, wie es jetzt weitergeht.
00:21:39: Und darauf vertraue ich dann, damit ich auch irgendwo wieder in mein Leben zurückkehren kann.
00:21:45: Was los ist für Musik?
00:21:47: Bei mir ist es Peter Gabriel.
00:21:49: Ich bin mit Peter Gabriel groß geworden und ich mag die Musik, ich mag die Texte, ich mag... den Sound und genau und das ist so meine Musik, die ich mal wieder brauche.
00:22:01: Meine Seele.
00:22:02: Musik kann man vielleicht sagen.
00:22:03: Weil ich meine, das waren jetzt drei intensive Begegnungen heute Nachmittag.
00:22:06: Jede sehr anders und trotzdem sehr spannend, sehr bewegend
00:22:15: und
00:22:15: tolle Menschen, die wir kennenlernen durfte heute Nachmittag.
00:22:18: wo ich auch dankbar bin dafür.
00:22:20: Und das trägt natürlich auch, obwohl es dann wie jetzt auch in der letzten Begegnung auch um eine Verzweiflung geht und nicht wissen, wie es weitergeht.
00:22:34: Das Angebot vom Team von Bariativ-Sale-Sorge-Begleitigte-Hei hat man bei Bariativa verlinkt.
00:22:41: Man findet es auf Bariativa.ch, wenn man den Blog mit dem Artikel über den Volker Schmidt ankriegt.
00:22:48: Der Link steht auch in der Beschreibung zu diesem Podcast.
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